Freiraum mit Risiko

Niedrigschwellige Erziehungshilfen für sogenannte Systemsprenger/innen


Inhaltsverzeichnis

Rezension von Prof. Dr. Christian Schrapper auf socialnet

 

Mathias Schwabe
Martina Stallmann
David Vust

Freiraum mit Risiko
Niedrigschwellige Erziehungshilfen für sogenannte Systemsprenger/innen

Einleitung von Hanna Permien
2013, 224 Seiten, brosch.,
19,50 EUR
ISBN: 978-3-943084-13-9


Niedrigschwellige Erziehungshilfe wenden sich an Jugendliche, die bereits aus mehreren Heimen und Schulen entlassen wurden und es in keiner Betreuungsform aushalten. Den Jugendlichen wird ein kleines Zimmer zu Verfügung gestellt und es wird deren Wunsch nach einem möglichst unreglementierten Leben ernst genommen. Ein Team von drei forschungserfahrenen PädagogInnen hat solche Jugendlichen über zwei Jahre begleitet und beobachtet.
Entstanden ist so ein wissenschaftlich fundiertes Portrait eines Jugendhilfeangebots für sogenannte Systemsprenger/innen, eines Settings, das sich immer wieder anpassen und verändern musste und von Jugendlichen, die sich selbst gefährden und zugleich selbst finden wollen.

Die Wirkungen des Settings können sich sehen lassen: Das untersuchte Angebot schneidet nicht schlechter ab als viele andere sehr viel kostenintensivere und/oder invasivere Hilfeformen. Mehr als ein Drittel der Jugendlichen kommt im Laufe der nächsten Jahre auf einen guten Weg, indem sie sich auf herkömmliche Hilfeformen einlassen und Schule und/oder Ausbildung schaffen.  Fast die Hälfte stabilisiert sich in den nächsten Jahren zumindest auf niedrigem Niveau, in einer eigenen Wohnung, wenn auch mit staatlicher Alimentierung, aber deutlich verminderter Kriminalität. Nur wenige Jugendliche stürzen noch weiter ab, geraten in Zwangskontexte (Gefängnis, FM/GU) oder Wohnungs­losigkeit und verelenden auf Grund von Drogenkonsum oder ihrer exzessiven Lebensweise.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

Einleitung von Hanna Permien

1     Einführung: Wohin mit jungen Menschen, die keiner

       mehr haben will?

1.1  Junge Menschen, die keiner mehr betreuen will
1.2  Verbreitung der Zielgruppe
1.3  Diskurse rund um „hoch riskant agierende Jugendliche“

2     Philosophie, Architektur und Eckpunkte des Settings
2.1  Gründungsanlass und zentrale Eckpfeiler des Settings
       in den ersten 5 Jahren
2.2  Exkurs: NAlS als Übergangshilfe für Jugendliche
       in der „Stagnation“ (D.W. Winnicott).
2.3  Wichtige Veränderungen im Lauf von 14 Jahren

3     Interaktionen und Interventionen in
       niedrigschwelligen Settings: „Weniger bringt
       manchmal mehr“

3.1  Interaktionsbereich „niedrigschwelliges Begleiten“
3.2  Interaktionsbereich „Versorgen“
3.3  Interaktionsbereich „Beraten/(Selbst-)Klärungshilfen
       anbieten“
3.4  Interaktionsbereich „Erziehen/Kontrollieren“

4     Wer sind die NAlS-Jugendlichen und wie entwickeln
       sie sich während der Zeit bei NAlS?

4.1  Soziodemographische Angaben
4.2  Die Zeit vor NAlS
4.3  Die Zeit bei NAlS: Formen des Umgangs
       mit dem Freiraum
4.4  Beendigung der Betreuung bei NAlS

5     Fallschilderungen
5.1  Ute und Tobias: zwei Provinz-Punks in de
       biographischen Sackgasse Stadt
5.2  Frank: Ein drogenabhängiger, krimineller
       Jungunternehmer lernt das Fürchten und steuert um
5.3  Hermine: zwischen Schneekönigin und Messerstecherin

6     Chancen, Risiken und Grenzen bei der Betreuung
       von riskant agierenden Jugendlichen, insbesondere
       in niedrigschwelligen Betreuungssettings

6.1  Chancen und Risiken von „Übergangshilfen“ mit dem Ziel
       der Selbstklärung
6.2  Zwischen „pass-genauer“ Hilfe und der Gefahr der
       Instrumentalisierung aus Hilflosigkeit
6.3  Systematische Risikoanalyse bei riskant agierenden
       Jugendlichen in unterschiedlichen Hilfeformen
6.4  Wie sieht ein „achtsamer“ und fairer „Umgang“ mit
       Risiken in diesem Arbeitsfeld aus?

7     Wirkungen und Erfolge bei NAlS
7.1  Einschätzung der mittelfristigen Entwicklungen auf
        Grundlage der Interviews
7.2   NAlS im Urteil der Jugendlichen
7.3   Entwicklungsverläufe laut Aktenanalyse8    Ergebnisse
        anderer Studien zu Settings für sogenannte
       „Systemsprenger“
8.1   Therapeutische Jugendwohngemeinschaften
8.2   Ein Angebot an der Schnittstelle Jugendhilfe/Psychiatrie
8.3   Mischfinanziertes Schnittstellenprojekt:
        Jugendhilfe/Suchthilfe
8.4   Individualpädagogische Projekte im In- und Ausland
8.5   Geschlossene Unterbringung/Freiheitsentziehende
        Maßnahmen nach § 1631 b BGB
8.6   Fazit: Die NAlS-Ergebnisse im Vergleich mit anderen
        Settings

Literatur

   

 

Freiraum mit Risiko
Einzelpreis 19,50 €

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